Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert trat mit der Einrichtung erster regelmäßig bedienter Omnibuslinien ein Verkehrsmittel in Erscheinung, das heute alltäglich einen überwiegenden Teil des öffentlichen Personennahverkehrs erbringt. Schon 1903 wurde eine solche „Automobilverbindung“ zwischen Viersen, Dülken und Lobberich eingerichtet, die allerdings nur zwei Jahre Bestand hatte. Erneute Bemühungen um die Einführung von Omnibuslinien im Verkehrsgebiet der heutigen NEW beendete der Erste Weltkrieg. Aber ab Mitte der 1920er Jahre etablierte sich der Autobus – zunächst als Ergänzung des Schienenverkehrsangebotes. In den fünfziger und sechziger Jahren löste er in den Städten Rheydt, Mönchengladbach und Viersen schrittweise die Straßenbahnen ab, deren Betrieb technisch nicht mehr mit den veränderten Verkehrsverhältnissen Schritt halten konnte und unwirtschaftlich wurde. Von Anfang an schuf der Bus Verbindungen zwischen Stadt und Umland oder innerstädtisch zwischen den Stadtteilen. Er ermöglichte Pendlern den Weg zur Arbeit, Einkaufsfahrten in die Stadtzentren oder Ausflugsfahrten in die Naherholungsgebiete.

Vielseitig, flexibel und unverzichtbar trug er durch Erschließung der Stadtteile zur Stadtentwicklung bei. Beteiligt daran waren beispielsweise Kraftwagenbetriebsgesellschaften in den zwanziger Jahren, deren Liniennetze bis Mülheim, Remscheid, Köln und darüber hinaus reichten. Mehr als zwei Jahrzehnte verkehrten in Rheydt Obusse, Mönchengladbach setzte auf einer Linie Doppeldecker ein und die erste Batterie-elektrische Buslinie der Welt führte nach Viersen und Süchteln. Aber der Omnibus hat nicht nur seine eigene Geschichte, sondern er ist auch Teil der Stadtgeschichte. Sein Erscheinungsbild und seine Ausbreitung spiegeln immer auch ein Abbild seiner Zeit wider. Daher ist es dem Autor wichtig, nicht einfach technische Daten und Bezeichnungen aneinander zu reihen, sondern es wird, auch über die städtischen Verkehrsbetriebe hinaus, „über den Tellerrand hinweg“ geschaut.

Die Recherche zu den einzelnen Gebieten brachte mittlerweile eine so große Fülle an Informationen hervor, dass es unmöglich erscheint, diese innerhalb eines umsetzbaren und dennoch handhabbaren Buches wiederzugeben, ohne womöglich wesentliche Kürzungen vorzunehmen und entsprechendes interessantes Wissen vorzuenthalten. Da es jedoch ein Anliegen war, genau dieses der interessierten Leserschaft bereit zu stellen, ist eine Teilung des Buches in verschiedene Bände und Teilbereiche unabdingbar geworden.

Beschäftigt sich Band 1 thematisch mit dem Schwerpunkt „Verkehrsgeschichte Mönchengladbach-Rheydt“, so wird der Folgeband 2 Viersen und das Umland inkl. dem daraus resultierenden Zusammenschluss zur heutigen NEW betrachten. Der Text bietet dabei pro Band [mit ca. 150 Seiten] für seine Leser eine Fülle vielfach bisher unveröffentlichter Fakten, ohne mit langweilenden Details überfrachtet zu sein. Exklusiv ausgewählte Bilder ergänzen dabei gezielt die Darstellung. Für Anmerkungen und Hinweise sind optisch abgegrenzte „Erklärungskästchen“ eingefügt, die je nach Belieben ggf. übersprungen werden können. Dabei ist es für den Leser durchaus möglich, jeden Band in sich geschlossen als eigenes Werk zu betrachten und zu lesen.

Ergänzend zu den Bänden erhalten alle Buchinhaber Zugriff auf eine umfangreiche online Dokumentation, auf welche an den passenden Stellen in den Bänden entsprechend hingewiesen wird. Jeder Leser erhält somit die Möglichkeit , zahlreiches weiterführendes Material und spezielles Wissen wie bspw. die vollständigen Wagenparklisten, Tabellen zur Liniennetzentwicklung und ein umfangreiches Glossar mit zahlreichen weiteren Informationen abzurufen. Über 200 online Bilder zeigen dabei ergänzend zum Buch nahezu vollständig alle bei NEW‘ MöBus und NEW‘ Viersen sowie deren Vorgängerbetrieben eingesetzte Omnibustypen und ihr Einsatzgebiet.

Die Werke laden somit einschließlich der online Dokumentation zusammengenommen sowohl den Nahverkehrs-Fan als auch den an der Stadtgeschichte Interessierten zu einer Reise durch über 110 Jahre Technik und Zeitgeschehen in Mönchengladbach, Viersen und deren Umland ein.

Helmut Rehage